Märchen-Interpretationen von Alice Dassel
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Allerleirauh - eine Märcheninterpretation
Märchen-Interpretationen - Allerleirauh

Bezugsquellen:

Über den Buchhandel oder direkt über den Verlag Schneider Hohengehren,
Baltmannsweiler

Mai 2005 neu erschienen


ISBN: 3-89676-967-7
Preis: 12,- €

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Die Autorin führt den Leser direkt in die Grimmsche Märchenwelt und lässt Ihn teilhaben an den Schicksalen zweier Märchenheldinnen.

Allerleirauh wird durch das Inzestbegehren ihres König-Vaters so sehr bedrängt, dass ihr nur noch die Flucht vor seinem Übergriff bleibt. Sie erlebt einen sozialen Abstieg, taucht in ihre tiefen, unbewussten Schichten, bis eines Tages durch die Feste des benachbarten Königs neue Hoffnungen entstehen...

Im zweiten Märchen kämpft Zweiäuglein gegen eine pervertierte Familiennorm, gegen Ausgliederung, Lieblosigkeit und Hunger, bis auch ihr Weg aus dem Elternhaus hin zu einer neuen Weiblichkeit, Eigenständigkeit und Partnerschaft gelingt.

Der klare Aufbau und die verständliche Sprache machen das Buch einer breiten Leserschaft zugänglich und regen zum Weiterdenken an.

Die Autorin:

Alice Dassel, geb. 1942 in Berlin, Abitur in Flensburg, Studium der Germanistik und Geografie in Kiel und Freiburg, Unterrichtstätigkeiten an verschiedenen Gymnasien in Hamburg, Krefeld und Hannover.

Sie ist Mitglied der Europäischen Märchengesellschaft.
Sie hält Lesungen und Vorträge und hat Zeitungsartikel zum Thema Märchen in Deutschland und in der Schweiz veröffentlicht.


Pressestimmen:
Märchenspiegel
 
 
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Märchenspiegel  
Die Autorin lotet die Märchen aus in ihren familiären und intrapersonalen Konflikten. Dabei gehört gerade bei KHM 65 ein gewisser Mut dazu, nach den Untersuchungen von Verena Kast u.a. neue tiefenpsychologische Perspektiven zu erschliessen.
Doch das gelingt.
Der Entwicklungsprozess der jeweiligen Heldin wird in seinen einzelnen Phasen als Exempel weiblicher Selbstfindung eingehend und im Grossen und Ganzen überzeugend interpretiert: bei Allerleirauh die Rauhtier-Phase, das Dasein im Bereich der Küche, des Dienens und Nahrungbereitens, die Notwendigkeit des Wartenkönnens, der Erlösung in mehreren Schritten, die Symbolik des Tanzes und die kosmischen Kleider.
 

Bei Zweiäuglein geht es um die Auflösung destruktiver Familienmuster, um die märchentypische Doppelgestalt des mütterlichen Prinzips, um den Apfelbaum, der als Symbol des Heilwerdens mit seiner Besitzerin magisch verbunden bleibt.
Gerade diese beiden Märchen habe sie gewählt - so erklärt die Autorin -, weil sie ihre Deutungen zu Allerleirauh als Beitrag zum Tabu-Thema des Kindesmissbrauchs verstehe. Mit der Interpretation von KHM 130 möchte sie zum Nachdenken anregen über schwarze Schafe in der Familie, speziell über Kinder, die in eine Aussenseiterrolle gedrängt werden. Und so fehlen denn in ihren Ausführungen auch Bezüge zur Realität von Familienkonstellationen nicht.
Helga Volkmann